Chinese Contemporary

馆长:Bianca Regl / lukasfeichtner 画廊 2014.5.15-2014.5.22
王思顺, 马秋莎, 苏文祥, 张新军

Chinese Contemporary vereint vier Videos junger, signifikanter chinesischer KünstlerInnen, die eine radikale Gegenposition zum postsozialistischen Kunstboom der neunziger und nuller Jahre einnehmen.
Gemeinsam ist den Arbeiten eine Reduktion von Geschwindigkeit und Materialität, die der Opulenz der chinesischen Kunstproduktion der letzten beiden Dekaden entgegenwirkt.
Su Wenxiang, 1979 in Anhui geboren, studierte an der Designuniversität Anhui. Ausstellungen u.a. Taikang Space Beijing, Nanjing Museum, Shanghai Duolun Museum of Modern Art. Gezeigt wird “Slow Down” von 2010 (Courtesy Su Wenxiang).
Ma Quisha, 1982 in Beijing geboren, studierte an der chinesischen Zentralakademie Beijing. Ausstellungen u.a. Beijing Commune, UCCA Beijing, PACE New York, CAFAMuseum Beijing.
Gezeigt wird “From No4 Pingyuanli to No4 Tianqiaobeili” von 2007 (Courtesy Beijing Commune).
Zhang Xin Jun , 1983 in Henan geboren, studierte an der Chongqinger Universität der Bildenden Künste und der Zentralakademie Beijing. Ausstellungen u.a. Blackbridge Offspace Beijing, telescope Beijing, Chinesischer Pavillon der Biennale Venedig. Gezeigt wird “Heavy Rain” von 2013 (Courtesy Zhang Xin Jun).
Wang Sishun, 1979 in Wuhan geboren,studierte an der Zentralakademie Beijing. Ausstellungen u.a. Long March Beijing, Galerie Krinzinger Wien, UCCA Beijing. Gezeigt wird “Desire and one of N points” von 2012 (Courtesy Long March Beijing).
Alle leben und arbeiten in Beijing.
Die Ausstellung wurde von Bianca Regl kuratiert, die seit 2009 in Beijing lebt und arbeitet und dort, gemeinsam mit Anna Hofbauer, den nichtkommerziellen Ausstellungsraum Blackbridge Offspace in Heiqiao fuehrt (http://www.blackbridgeoff.com).
Heiqiao befindet sich am Rande Beijings, in unmittelbarer Umgebung der Künstlerviertel 798 und Caochangdi, und ist Wohnort aller in der Ausstellung gezeigten Künstler. Als Künstlerbezirk konzipiert und 2007 auf Ackerland errichtet, stehen sich dort über 800 Ateliers, Lagerhallen der großen Galerien und Eselskarren eines sich parallel entwickelnden Wanderarbeiterbezirks gegenüber.
Alltag und Realität der Künstler sind nicht nur durch diesen Gegensatz von Heterogenität geprägt.
Zur universellen Grunderfahrung um 1980 geborener chinesischer Künstler gehört bekanntlich nicht nur die Tatsache, dass sie (ab 1979 Einzel-) Kinder der Jugendlichen der Kulturrevolution sind, sondern auch dass sie die Öffnung Chinas und den Wirtschaftsboom als erste Generation erleben. Die Stimmung auf den Universitäten zu ihren Studienzeiten ist auf der einen Seite geprägt vom kapitalistischen Funkeln der importierten Autos und Pfauengärten der Professoren, deren nach dem Geschmack des Westens gerichtete Arbeit einen bis dahin undenkbaren finanziellen Erfolg bringt, und auf der anderen von familiärem Druck, den die politische Architektur Chinas notwendigerweise hervorbringt.
Die Errungenschaft der gezeigten Videoarbeiten ist also, in Abwendung von einer rasenden Konsumkultur zu einer langsamen, sogar langweiligen Herangehensweise, die Auflösung von Perspektiven, die sich bereits als Selbstverständlichkeiten sedimentiert hatten.
Eine Buchseite, ein Bindfaden, ein Flaschendeckel und eine Rasierklinge sind als bescheidene Materialien für die vier Künstler ausreichend, um sich und ihre Situation zu erhellen.

2016-07-07T12:49:53+00:00